Mein Verstand möchte einen Zustand “Erschöpfung” nennen, der in Wahrheit nur mit dem Ausdruck “Fundamentverlust” zu bezeichnen ist. Das Internet gaukelt Dir vor, dass Du nicht alleine bist, wenn Du schreibst, und saugt Dir dabei nach und nach die Substanz aus Deinen Texten, wenn Du nicht aufpasst, aber das merken nur die wenigsten, der Rest freut sich eher über die wachsende Zahl von Knöpfchendrückern und schließt aus populären Texten auf deren Qualität. In Sachen mangelnde Selbstreflektion immer den letzten Platz der Charts belegen, das ist mein Ding. Ich habe mit drei Frauen geschlafen, für die ich nichts empfinde. Es war nicht gut, ich bin zum reinen Ficken zu meta und eigentlich sogar froh darüber. In der zweiten Silbe liegt oft die Wucht von Worten, wenn man sie laut ausspricht. Vielleicht nimmt irgendwann jemand Notiz, aber achte unbedingt darauf, wer sie nimmt. (Wohlwollendes Lächeln in Richtung des Autors?) Es gibt eigentlich keinen richtigen Weg des geringsten Widerstandes, das ist ein Paradox, dass Dir eigentlich niemand abkaufen kann, das Dir aber trotzdem wie warme Semmeln aus den Händen gerissen wird. Diese Selbstzensur, das ist es wahrscheinlich, was mich bei Facebook stört. Die Leute posten so, als würden sie aus der Distanz über sich selbst schreiben, das haben ihnen andere Leute eingeredet, die sowas als “Medienkompetenz” verkaufen und vielleicht ist das sogar gut so, denn wenn Deppen distanzlos Dinge äußern, die mit ihnen zu tun haben, dann geht das meistens übelst schief, aber es fängt halt an, einen richtig anzukotzen, wenn man auf der Suche nach etwas Authentizität ist. (Dein Schwanz ist paradoxerweise das, was nicht standhaft bleiben kann, ha, guter Witz, oder?). Ich führe hier Krieg gegen mich selbst, das Ziel ist die Vernichtung von dem, das Dich so sehr vermisst. Sich selbst im Weg stehen, das schaffen doch eigentlich nur Leute mit zu vielen zu dominanten Vorstellungen dessen, was sie sein könnten. Ich führe Krieg gegen die Phantasie. Ich habe Angst, dass ich ihn gewinnen könnte.